• awerner38

NOVAMEDIATRAIN – Kollegeninterview mit unserem Marketingkoordinator Mike Winter



Interview mit Mike Winter, freiberuflicher Marketingkoordinator bei NOVAMEDIATRAIN

Herr Winter, Sie arbeiten als freier Marketingkoordinator für NOVAMEDIATRAIN. Wer sind Sie? Erzählen Sie uns doch bitte ein wenig über sich? Sie waren nach meinen Informationen einige Jahre bei der EK Servicegroup eG in Bielefeld als System- und Konzeptmanager für den Aufbau des Systemkonzeptes electroplus zuständig und sind unter anderem auch Buchautor?


Mike Winter: Das sind eigentlich drei Fragen. Ich fange mal mit der letzten an. Ich bezeichne mich nicht so gerne als Buchautor, auch wenn ich bereits zwei Fachbücher veröffentlicht habe. Eines ist zum Thema Verkaufssteuerung vor vielen Jahren nach meinem Ausstieg bei IKEA entstanden und das zweite kurz vor Beginn der Pandemie Anfang 2020 zum Thema Teamführung. Beide Bücher behandeln sehr unterschiedliche Themen, mit denen ich meine berufliche Erfahrung an jüngere Menschen weitergeben wollte und will. Ich habe sehr viele Stunden investiert, bevor ich die Werke veröffentlicht habe – professionelle Korrekturschleifen mit Lektorat inklusive.


Und ja, ich war viele Jahre lang ein oder der Mann im Hintergrund bei der EK-Servicegroup eG in Bielefeld und habe unter dem damaligen Bereichsleiter Lutz Burneleit, zusammen mit Harry Biedendorf und Christian Claes sowie einigen anderen Kolleg:innen die Fachgeschäftskonzepte electroplus und später auch küchenplus vorangetrieben. Ich vermute, ich hatte bei den Fachhändlern und Dienstleistern einen ganz guten Namen. Zusammen mit Dirk Bender und damals noch TrainMediaLab haben wir schon früh an ersten E-Learning-Konzeptschulungen für die Systempartnern des Verbandes geschraubt. Jetzt arbeite ich unter anderem für NOVAMEDIATRAIN als freiberuflicher Marketingkoordinator.


Die Arbeit in der Marketingkoordination ist aus meiner Sicht ein Job mit Zukunft, weil in der Vielfalt der digitalen Angebote in unserer VUKA-Welt sehr planvoll und koordiniert vorgegangen werden muss, um kein Geld im Marketing zu verbrennen. Viele Firmen verlieren in der Vielzahl der Angebote den Überblick. Zumal aktuell der Markt an guten und erfahrenen Online-Marketing-Experten nicht mehr so viel hergibt. Die Zusammenarbeit mit NOVAMEDIATRAIN funktioniert ausgezeichnet und ich werde dort verstanden. Manchmal ist der Job in der Beratung und Koordination zu Beginn etwas holprig, weil Beteiligte nicht so recht verstehen wollen, dass eine kurzfristige Perspektive mit oberflächlich gehaltenen Kampagnen und Minimal-Content-Webseiten für den Aufbau einer Marke nicht besonders viel bringt. Bei NOVAMEDIATRAIN und meinen anderen Kunden und Kundinnen ist das Gegenteil der Fall und das macht Freude.


Sie haben gesagt, Sie bezeichnen Sie sich heute nicht so gerne als Buchautor? Was ist der Hintergrund?


Mike Winter: Die Entwicklung geht für mich in die falsche Richtung. Heute schreibt so gut wie jeder sein eigenes Buch oder lässt es schreiben. Die meisten Bücher entstehen nicht mehr wegen der Vermittlung wertvoller Inhalte, sondern nur noch zwecks Vermarktung. Aus ehemals guten Fachbüchern sind auf den reinen Kommerz ausgerichtete Vermarktungsschriften geworden, die entweder darauf abzielen, hohe Verkaufsauflagen mit möglichst wenig Aufwand zu erzielen oder Leads im Tausch gegen Downloads zu bekommen. Im digitalen Kurznachrichten-Zeitalter, in dem wir uns derzeit befinden, kommen in die Tiefe gehende Fachbücher leider nicht mehr so gut an. Oberflächliche Tipps- und Checklisten mit plakativen Titeln sind angesagt. Möglichst humorvoll und nicht zu schwer soll es sein – je einfacher, je besser. So nach dem Motto: Die fünf besten Tipps reichen mir. Dann weiß ich Bescheid. Schnelle Ratgeber sind gefragt. Mir persönlich ist das zu oberflächlich und führt nach meiner Wahrnehmung in eine weniger positive und falsche Richtung.


Warum sind Sie nicht mehr dabei? Ich meine im Verband für electroplus oder küchenplus. Was hat Sie dazu bewogen, in die Selbstständigkeit als Marketingkoordinator zu gehen?


Mike Winter: Nach dem plötzlichen Weggang meines damaligen Chefs Lutz Burneleit – mit dem für mich immer eine hervorragende Zusammenarbeit möglich war - konnte oder musste ich nach knapp elf Jahren harter Konzeptarbeit einen neuen Weg einschlagen. Es gab Veränderungen, die ich hier nicht näher erläutern kann, möglicherweise initiiert über Menschen, die heute schon wieder nicht mehr im Unternehmen sind. Es hat dann aber ein paar Monate gedauert, bis ich für mich eine neue Aufgabe identifizieren konnte. Sich mitten in einer Pandemie mit einer Selbstständigkeit neu zu erfinden, ist nicht ganz so einfach. Weil Marketingaufgaben schon vorher als Konzeptmanager Teil meiner Konzeptarbeit waren und ich dafür offenbar ein gutes Händchen hatte, so zumindest das Feedback bisher, habe ich mich über erste Workshop-Angebote zum Marketingkoordinator und Organisationsberater für meine heutigen Kunden entwickelt.


Die Tätigkeitbeschreibung Marketingkoordinator ist neu für mich. Habe ich so noch nicht gehört. Was ist oder worin besteht da genau Ihre Aufgabe?


Mike Winter: In dieser Funktion unterstütze ich heute kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen der Positionierung und in der operativen Marketingplanung. Meist gibt es dort keine direkt verantwortlichen Marketingmanager, sondern die Geschäftsführer kümmern sich zum Teil mit ein oder zwei Mitarbeitenden noch selbst um dieses Thema. Ohne das heutige Online-Marketing mit Präsenz auf einer Vielzahl unterschiedlicher Kanäle und Plattformen war das Marketing früher mit analogen Maßnahmen noch ganz gut zu bewältigen. Um heute jedoch Online erfolgreich präsent zu sein, genügt das alte Wissen nicht mehr. Es braucht eine Marketingkoordination im angepassten Umfang mit Check der Markendarstellung und Positionierung – in Verbindung mit einer zielgerichteten Marketingplanung.


Ist da etwas besonders wichtig?


Mike Winter: Qualitativ ansprechender Content ist wichtig. Die Webseite als Haupt-Anlaufpunkt muss den SEO und SEA-Anforderungen genügen. Menschen oder besser die Zielgruppen müssen immer im Vordergrund der Betrachtung stehen. Diese Dinge brauchen heute auch digitale Startups, die zwar wissen, wie man technische Tools und Lösungen aufsetzt, aber nicht unbedingt das Knowhow dafür haben, auf welche Dinge es in der Verknüpfung von Marketing und Vertrieb und der generellen Vermarktung ankommt. Es wird leider viel kopiert.


„Wir leben aus meiner Sicht gerade im Marketing in der Phase einer negativ oberflächlichen Mixtur von Copywriting und Content-Redaktion, oft kombiniert mit minimalistisch gehaltenen auswechselbaren Comic-Style-Websites gepaart mit penetranten und damit sinnlosen Lead-Sammel-Aktivitäten.“


Das klingt eher kryptisch. Wo sehen Sie da die Potentiale? Was muss denn konkret verändert werden und wie gehen Sie das an?


Mike Winter: Gerade, wenn sich ein Unternehmen im Wachstum befindet oder wachsen will, fehlt es meist neben einer passenden Positionierung an einer gut gesteuerten Koordination im Online-Marketing. Kaum jemand überblickt heute noch das Angebot der vielen Marketing-Startups und Marketing-Digitalagenturen. Jeder ist quasi ein Online-Marketing-Experte. Hinzu kommen die unzähligen Cloud-Angebote, die mit den klassischen Agenturleistungen kollidieren und konkurrieren. Beinahe täglich kommen Marketing-Angebote rein, die aus falscher Vertriebssicht mit entsprechendem Nachdruck ihre Leistung als die Beste darstellen. Nichts gibt’s mehr umsonst. Überall muss man seine E-Mail hinterlassen. Der Anruf am nächsten Tag und Newsletter Mails sind im Rahmen kompromissloser Lead-Gewinnung garantiert. Die Lösung liegt für mich in Planung und passender Konzentration: Erst sollte man vernünftig planen, um danach gemäß der Planung genau die passenden digitalen Angebote in Anspruch zu nehmen, die zum Unternehmen und der Positionierung passen.


Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Wie sieht denn dann in der Koordination ihr Beitrag aus? Was tun Sie für Ihre Kunden, wie zum Beispiel jetzt bei NOVAMEDIATRAIN?


Mike Winter: Ich löse als Marketingkoordinator die Verwirrung auf, sortiere die die Dinge mit den Leuten vor Ort, fange auf Wunsch nochmal neu bei der eigentlichen Positionierung mit Werten, Markendarstellung und USP an und texte viel mit den Beteiligten. Wir entwickeln dann in der jeweiligen Organisation eine maßgeschneiderte Lösung, mit – sie werden es nicht glauben – einem simplen Excel-Marketingaktionsplan. Parallel dazu entdecken wir die Fehler in der Organisation und Koordination und wir schauen uns die bestehenden Marketing-Dienstleister an.


Danach beginnen wir im Online-Marketing meist mit ersten kostengünstigen organischen Maßnahmen, nachdem wir die richtigen Plattformen und Zielgruppen identifiziert und eingerichtet bzw. überarbeitet haben. Es beginnt mit ersten Aktionen, bei den wir uns auch Fehler erlauben, um in die regelmäßige Bearbeitung zu kommen. Im Online-Marketing muss alles zusammenpassen: Webseite, Grafik, Plattformen, Zielgruppen, Zeitpunkte und wie bereits erwähnt immer wichtiger – wertvoller und interessanter Content. Wir testen viel und schauen, was funktioniert. Gute Usability und verständliche Strukturen stehen im Vordergrund, nicht der Perfektionismus. Die Umsetzung hat Priorität.


Um schnelle und erste funktionierende Lösungen für Webseiten zu bekommen, bieten sich heute auch einfach zu bedienenden Editoren an – insbesondere, wenn das Budget im Rahmen gehalten werden soll. Dann müssen sich die Beteiligten auf eine agile Arbeitsweise ohne aufwändige und zeitraubende Pflichtenhefte einlassen. Mit der entsprechenden Erfahrung ist das der schnellste Weg zu gut funktionierenden Lösungen, die danach iterativ – also schrittweise – weiterentwickelt werden können. Wenn ich heute zum Beispiel mit einem Webseiten-Programmierer zu tun habe, der die Inhalte der Webseite und die Texte bereits zu Beginn der Entwicklung konkret festlegen möchte, weiß ich schon, dass das agile Prinzip nicht so gut funktionieren wird und viel Kreativität auf der Strecke bleibt. Texte, Struktur und Design gehören für mich zusammen.


„Die besten Ideen entstehen im Flow, nachdem der grobe Rahmen gesetzt ist."


Das klingt nach Arbeit. Das machen Sie jetzt auch bei NOVAMEDIATRAIN, oder worum geht es?


Mike Winter: Ja – so machen wir das im Positiven: Da NOVAMEDIATRAIN schon seit über 2 Jahren sehr stark wächst und wir schon früher jahrelang zusammengearbeitet haben, lag es nahe, einen Teil meiner freiberuflichen Zeit bei NOVAMEDIATRAIN in dieser Form einzubringen. Ich muss aber dazu sagen, dass NOVAMEDIATRAIN mit Unterstützung und der Arbeit von Andreas Werner schon vorher sehr gut im Marketing unterwegs war.


Die Zusammenarbeit macht enorm viel Spaß, weil wir auf derselben Wellenlänge ticken und uns gegenseitig als erfahrene Experten mit unserem Knowhow prima ergänzen. Schon in den ersten Workshops mit Dirk Bender, Walter Klee und Andreas Werner war klar, dass wir uns alle sehr gut verstehen. Ich bin persönlich ein großer Fan von Pragmatikern – und die gibt es bei NOVAMEDIATRAIN. Zumal auch schon seit Jahren agile Arbeitsweisen im Vordergrund der digitalen Entwicklung stehen.


Wie sind Sie denn genau zu NOVAMEDIATRAIN gekommen? Was war der Anlass?


Mike Winter: Ursprünglich kam der Kontakt über mein zweites Standbein zusammen – die Affinitätenberatung. Hier bieten wir über qualifizierte Berater in unserem brandneuen Startup www.affinitaetenprofil.de seit einigen Monaten eine neue Form der fachlich thematischen Personaldiagnostik an. Mit einem Affinitätenprofil® können wir feststellen, ob jemand für eine bestimmte Tätigkeit oder Ausbildung geeignet ist und welche fachlichen und thematischen Affinitäten er neben seiner Persönlichkeit genau dafür mitbringt.


Mit NOVAMEDIATRAIN haben wir dafür ein an die Küchenfachverkäufer-Ausbildung angepasstes Angebot einer kostengünstigen Affinitätenberatung, zusammen mit dem Erfinder, Manuel Schuchna, entwickelt und stellen auf Nachfrage Interessenten eine erste digitale Broschüre zur Verfügung. Ein Unternehmen kann damit vorher im Rahmen einer Online-Beratung prüfen lassen, welcher Kandidat die anspruchsvolle Ausbildung zum Küchenfachverkäufer oder zur Küchenfacherkäuferin mit großer Wahrscheinlichkeit bestehen wird. Das verringert die Abbrecherquote. Wir können damit auch weitere Hinweise für eine erfolgreiche Ausbildung geben.


Wie stellen Sie denn die fachlich-thematische Eignung eines Kandidaten fest? Das klingt sehr wissenschaftlich? Genügt da nicht die eigene Einschätzung? Man weiß doch, was man kann – oder?

Mike Winter: Nicht in jedem Fall. Oft weicht die eigene Wahrnehmung diesbezüglich stark von der tatsächlichen Situation ab. Viele Menschen machen seit Jahren einen Job, an den sie sich notgedrungen gewöhnt haben. Viele denken, sie verfügen deshalb über eine Affinität dafür. Erfahrung ist nicht gleichzusetzen mit einer Affinität. Eine Affinität erkennt man im Beruf insbesondere daran, dass einem etwas besonders leichtfällt oder leicht von der Hand geht und dabei auch Spaß macht. Es geht dabei um Dinge, die man ohne Probleme den ganzen Tag und die ganze Woche lang tun kann, ohne an Motivation zu verlieren. Das sind eben nicht immer im Schwerpunkt die Tätigkeiten, die zum Berufsalltag gehören. Oft ist Mittelmäßigkeit ein Zeichen mangelnder Affinität – Unfähigkeit natürlich auch. Wer in seinen Affinitäten arbeitet, ist meistens wirklich gut und braucht sich nicht besonders anzustrengen, um vernünftige Ergebnisse zu erreichen. Kurzzeitig lassen sich besondere Leistungen auch ohne Affinitäten erreichen, aber eben nur kurzfristig. Wer entgegen seinen Affinitäten arbeitet, brennt auf Dauer aus.


Und ja, das hat auch mit Wissenschaft zu tun. Eine neue Personaldiagnostik-Methode zu entwickeln, ist nicht ganz ohne. Der Forscher und Erfinder Manuel Schuchna – selbst unter anderem ein Personalentwicklungsspezialist – hat das Affinitätenmodell sicherlich auch deswegen erfunden, weil er die Problematik fehlerhafter Personalauswahl in Bezug auf die vorhandenen Fähigkeiten und Neigungen von Menschen im Beruf gesehen hat. Erst mit diesem Modell wird es möglich, die Affinitäten anhand eines Affinitätenprofils® exakt zu identifizieren – nicht nur für Personen, sondern auch für gesamte Teams. Die Entwicklung hat einige Jahre Zeit in Anspruch genommen. Es gibt auch ein Buch dazu. Mit einem einfachen Kartenset sind wir dank dieser Erfindung heute dazu in der Lage, die fachlich-thematischen Affinitäten einer Person oder von Personen eines Teams in einem Beratungstermin herauszufinden.


Spannend. Was sind denn Affinitäten, die ein Küchenfachverkäufer oder eine Küchenfachverkäuferin in der Ausbildung bei NOVAMEDIATRAIN und später braucht? Worauf kommt es an?


Mike Winter: Ein Küchenfachverkäufer oder eine Küchenfachverkäuferin braucht zum Beispiel Affinitäten in Punkto Psyche, damit er oder sie auf Kunden zugehen und diese einschätzen kann. Abstrakte Bilder gehören als weitere Affinität genauso dazu wie das gesprochene Wort. Ein Küchenfachverkäufer muss gerne sprechen – vor Ort in der Ausstellung genauso wie am Telefon oder heute auch in einer Videokonferenz. Er muss in der Lage sein, eine grafische Planung zu erstellen und zu lesen.


Wir haben dazu eine genauere Beschreibung auf der Webseite von NOVAMEDIATRAIN veröffentlicht. Auf der Seite https://www.novamediatrain.de/privatleute-selbstfinanzierende ist auch das Ideal-Affinitätenprofil® eines Küchenfachverkäufers bzw. einer Küchenfachverkäuferin abgebildet und es gibt eine ausführliche Beschreibung zu den notwendigen Affinitäten. Wenn ein Unternehmen nicht genau weiß, ob ein Mitarbeitender für die Arbeit im Küchenverkauf und in der Planung geeignet ist, kann es über NOVAMEDIATRAIN den erwähnten Affinitätencheck bei uns in Auftrag geben.


Wer sind Sie als Mensch? Worauf legen Sie Wert? Wen hat NOVAMEDIATRAIN mit Ihnen ins Team genommen?


Mike Winter: Ich bin ein sehr klarer, aber auch lebhafter Typ – mit einem guten Schuss beobachtender Denker. Ich lege Wert auf Ehrlichkeit und Handschlagqualität. Für mich ist wichtig, dass ich mit einbezogen werde, um meine Arbeit machen zu können. Ich muss wissen, worum es genau geht. Mit genügend Freiraum kommt meine Kreativität in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen zur Geltung. Meine Beharrlichkeit hilft mir dabei, gute Ergebnisse zu erreichen. Mit fällt so gut wie immer eine Lösung ein – sowohl privat als auch beruflich. Narzissmus oder Selbstgefälligkeit anderer Menschen bringt mich beruflich schnell in Rage und ich muss mich dann bewusst zurückhalten. Darüber hinaus finde es gut, wenn Menschen im Beruf aufeinander zählen und auch mal emotional sein können. Agenturen und Dienstleister, die ihre Leistungen oder ihre Person über die Wertschätzung des Kunden stellen, mag ich nicht. Das Preis-Leistungsverhältnis muss aus meiner Sicht immer stimmig sein. Ich schätze es, wenn Geben und Nehmen ausgeglichen sind und glaube daran, dass Harmonie nicht in jedem Fall der beste Weg ist, um etwas zu bewegen. Manchmal ist das auf den Tisch legen der ungeschminkten Wahrheit zielführender – natürlich immer im sachlich konstruktiven Sinn.


Was gefällt Ihnen an der Küchenbranche?


Mike Winter: Die Menschen. Das sind Leute mit Anspruch – an sich selbst und andere. Die Branche hat mit einer der schönsten Sachen der Welt zu tun: Aufbewahrung, Vorbereitung, Zubereitung und Präsentation von gutem Essen. Die Küchenbranche kennt viele gute Unternehmer – Kleine wie Große. Die Händler, die ich im Verband in der Fach- und Systemgruppe kennengelernt habe, waren mir durchweg immer sehr sympathisch.


„In der Küchenbranche lässt sich was bewegen, weil die Leute in Ordnung sind."


Wo sehen Sie die nächsten Aufgaben? Was können Sie Unternehmern aus der Küchenbranche für die Vermarktung mitgeben?


Mike Winter: Da kommen mir aktuell drei Dinge in den Sinn:


Es wird wichtig sein, die ökologischen Gesichtspunkte mit der Geschäftstätigkeit zu verknüpfen. Die CO2-Neutralität und der Weg dahin müssen gegenüber Kunden und Kooperationspartnern klar aufgezeigt werden. Künftig wird man als Unternehmen auch daran gemessen, mit wem man diesbezüglich zusammenarbeitet. Es genügt dabei nicht, nur ein paar Bäume mithilfe eines Dienstleisters zu pflanzen. Das Thema muss konkret überall im Unternehmen – am besten im Qualitätsmanagement – verankert werden.


Der Online-Küchenverkauf ist ein Trend, der sich klar fortsetzen wird. Das Marketing sollte danach ausgerichtet werden. Für mich gehört die nahtlose Verknüpfung von Online und Offline dazu. Kunden planen heute selbstbestimmt ihre Küche. Das ist oder wird Kult. Wer Kunden zum Beispiel Selbstplanungsplätze in seiner Küchenausstellung zur Verfügung stellt und dies mit einem passenden Beratungsangebot aktiv bewirbt, hat gegenüber dem Wettbewerb bessere Chancen.

Wer wissen will, welche Fragen die Kunden zum Thema Küchenplanung stellen, der sollte sich in den einschlägigen Gruppen auf den Social-Media-Kanälen bewegen. Es gibt bereits viele Händler und clevere Küchenfachverkäufer und Küchenfachverkäuferinnen, die über diese Gruppen ihre Kunden gewinnen. Der ideale Platz zwecks Informationsbeschaffung hinsichtlich der wichtigen Kundenfragen und sich abzeichnender Trends befindet sich im Netz – auch und gerade nach Feierabend. Gerade kleinere Küchenstudios können hier gezielt nach Kunden und Kundinnen Ausschau halten und aktiv Kontakte knüpfen. Wer die Kanäle immer noch nicht aktiv nutzt, ist selbst schuld. Verkäufer und Verkäuferinnen sollten da sein, wo die Kunden sind.

Das war ein langes Gespräch mit interessanten Informationen und wertvollen Tipps. Herzlichen Dank an unseren Gesprächspartner Mike Winter – viel Spaß und viel Erfolg in der weiteren Zusammenarbeit und in der Kooperation mit NOVAMEDIATRAIN.